Zum Internationalen Frauentag: Viel erreicht, noch viel zu tun
Die Erfolge der frauenpolitischen Arbeit ließen sich besonders gut an konkreten Beispielen verdeutlichen, so der Bürgermeister. Eines davon sei der Kampf gegen Gewalt an Frauen. „Nicht Scham, sondern konkrete Hilfe steht heute im Mittelpunkt. Statt blaue Flecken zu verdecken, können betroffene Frauen nun starke rechtliche und institutionelle Hilfen in Anspruch nehmen. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst der Frauenbüros“, so Schaden.
Ausgangspunkt dafür war 1996 die provokante „Gewaltkampagne“ der Frauenbüros von Stadt und Land, die zu einem nachhaltigen Ausbau der Hilfsangebote führte und einen Bewusstseinswandel in Gang gesetzt hat. Großflächenplakate mit aufrüttelnden Slogans waren damals im gesamten Bundesland affichiert worden und hatten zu vielen Diskussionen geführt, mit nachhaltigen Folgen (siehe auch Beilage „Gewaltprävention im Überblick“):
- Gründung Interventionsstelle gegen familiäre Gewalt (1998), heute Gewaltschutzzentrum
- Gründung der Beratungsstelle „Männer gegen Männergewalt“ (1999), heute „Männerwelten“
- Durchführung von Selbstverteidigungskursen für Frauen und Mädchen (seit 1991) durch das Frauenbüro. 2010 sind bereits 70 Mädchen von 10 bis 13 Jahren für Kurse angemeldet
- Broschüre „Sicherheitstipps“ der Frauenbüros seit 1999 (mit Neuauflagen 2005 und 2007 von jeweils 15.000 Broschüren)
- Kontinuierliche Förderungen an die Frauen-Vereine (Angebote mit Gewaltschwerpunkt durch das Frauenhaus und den Frauennotruf)
- Neue Angebote zur Gewaltprävention mit Förderung der Stadt Salzburg: seit 2007 an den Verein Selbstbewusst für Angebote zur Verhinderung sexueller Gewalt an Mädchen und Buben
- Eröffnung des Neubaus Salzburger Frauenhaus 2007
„Damit wird deutlich, dass gemeinsames politisches Handeln Früchte trägt und zu konkreten Verbesserungen führt“, resümiert Schaden die frauenpolitische Arbeit. „Es haben hier viele engagierte Menschen an einem Strang gezogen. Die Resultate kommen betroffenen Gewaltopfern zugute. Die Politik hat die Weichen gestellt“, so Heinz Schaden.
In den vergangenen 20 Jahren seien darüber hinaus enorm viele Initiativen gesetzt und wichtige Verbesserungen für Frauen in der Stadt Salzburg verwirklicht worden. Mittlerweile gebe es mehr als 30 frauenspezifische Beratungseinrichtungen. Über 3.000 Frauen hätten die Rechtsberatung des Frauenbüros in Anspruch genommen. Und jährlich lernten 1.000 Mädchen am Girls Day technische Berufe kennen.
Der Irma von Troll-Borostyáni-Preis 2010 der Frauenbüros von Stadt und Land Salzburg geht an das Salzburger Frauenhaus.
„Die Wahl des Frauenhauses Salzburg zeigt, dass die Einrichtung in der Bevölkerung gut bekannt und sehr geschätzt wird. Mit dem Neubau ist das Frauenhaus überdies zu einem Vorzeigeprojekt über die Grenzen Salzburgs hinaus geworden“, freut sich Frauenbeauftragte Dagmar Stranzinger über das Ergebnis.
Es biete bedrohten oder misshandelten Frauen und ihren Kindern geschützten Wohnraum und die Möglichkeit eines Neubeginns nach einer belastenden und gewaltvollen Beziehung. Die umfassende Betreuung habe 2000 eine neue Qualität erhalten: „Mit dem Neubau gibt es nun einen optimalen Ort für die Arbeit mit Frauen und deren Kindern. Ziel dabei ist eine gewaltfreie und unabhängige Lebensgestaltung“, so Stranzinger.
In einer engen Zusammenarbeit haben die Architektin Ursula Spannberger und die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses die Anforderung an den Bau definiert und Planungskriterien festgelegt. Dieses Zusammenwirken bestmöglicher Qualitäten trägt nun dazu bei, dass sich von Gewalt betroffene Frauen gut und nachhaltig stabilisieren können.





